Politik sucht Dialog mit Internet-Start-ups
Bei einem Rundgang durch die Geschäftsräume der dooyoo AG informierten sich Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU über die Anforderungen der New Economy an die Politik
Berlin - 29. Juni 2000 - Politiker und junge Unternehmer wollen voneinander lernen, um optimale Rahmenbedingungen für ein kontinuierliches Wachstum zu formulieren und umzusetzen. Dies ist das Ergebnis eines Treffens zwischen CDU/CSU-Politikern und Internet-Unternehmern. Eine etwa 15-köpfige Delegation von Bundestagsabge-ordneten der CDU/CSU-Fraktion hatte die Geschäftsräume der dooyoo AG in Berlin-Friedrichshain besucht, um sich von den Arbeitsbedingungen in der New Economy ein Bild zu machen.
Zunächst beschrieb der dooyoo-Vorstandsvorsitzende Felix Frohn-Bernau die Entwicklung von der Firmengründung zum Unternehmen mit 160 Mitarbeitern und ging auf die aktuellen Herausforderungen für die Internet-Branche ein. Oberste Priorität bei den Start-ups habe die Rekrutierung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem In- und Ausland, so Frohn-Bernau. Hier sei es die Aufgabe der Politik, ideale Voraussetzungen zu schaffen. Dann stellte Martin Sinner, der Geschäftsführer von dealscouts.de das Geschäftsmodell von idealo.com vor und beschrieb aktuelle Hindernisse beim Aufbau eines Internetunternehmens. Abgeordnete und Unternehmer diskutierten angeregt über Problemstellungen, mit denen die Internetbranche konfrontiert ist. Zentrale Themen waren unter anderem die zu hohe Komplexität von Mitarbeiterbeteiligungs-modellen, veraltete Richtlinien wie das Rabattgesetz und die zu unflexiblen Maßgaben des Arbeitsrechts.
Felix Frohn-Bernau kommentierte den Besuch aus dem Bundestag: "Wir freuen uns, dass die Bundespolitik das Potenzial unserer Branche erkannt hat und sind davon überzeugt, dass das heutige Treffen der Beginn einer konstruktiven Zusammenarbeit ist."
Kilian Lenard, Mitglied des Vereins berlin*startup e.V. fügt hinzu: "Das zunehmende politische Interesse an Start-up-Unternehmen zeigt, dass die Internetbranche inzwischen zu einem Vorbild für traditionelle Branchen geworden ist. Für die Start-ups geht es nun darum, ihre Interessen kompetent und dauerhaft gegenüber anderen Gruppen zu vertreten."
"Wir sind regelrecht elektrisiert vom Geist dieser jungen Unternehmen," sagt MdB Hans-Jürgen Doss, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. "Wir stellen fest, dass die politische Regulierungswut an der hier gelebten Realität vorbeigeht. Wir werden im Dialog bleiben und auch im deutschen Bundestag mit Nachdruck deutlich machen, dass die Stimme dieser jungen Unternehmen gehört werden muss." Der Parlamentskreis Mittelstand wolle die Erkenntnisse des Besuches im Rahmen einer Tagung vertiefen, bei der alle angesprochene Punkte ausführlich behandelt werden sollen, so Doss.
Die dooyoo AG ist ein paneuropäisches Internet-Unternehmen mit Sitz in Berlin und wurde im Oktober 1999 gegründet. In den Büros in Berlin, London, Paris, Madrid und Rom sind 170 Mitarbeiter tätig.
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